Steuererklärung mit KI

Ich mache meine Steuererklärung mit KI wieder selbst – aber ohne einen einzigen Beleg in ein KI-Tool zu laden. Stattdessen lasse ich mir von der KI einmalig Python-Skripte schreiben, die Belege sortieren und Zahlen extrahieren. Diese Skripte laufen jedes Jahr wieder, ohne dass dafür erneut Tokens verbraucht werden.

Der Auslöser: ein ehrlicher Steuerberater

Jahrelang hat ein Steuerberater meine Erklärung gemacht. Den Impuls, das wieder selbst zu übernehmen, gab er mir selbst: „Sie sind so gut organisiert – ich würde Ihnen zutrauen, das auch selber zu machen.“

Als ich kurz darauf seine Rechnung in den Händen hielt, dachte ich: „Recht hat er.“

Warum ich keine Belege in die KI hochlade

Der naheliegende Weg wäre gewesen: alle Belege in die KI werfen und sie direkt die Daten für Elster – das Online-Portal der deutschen Finanzverwaltung für Steuererklärungen – aufbereiten lassen.

Zwei Gründe sprachen dagegen. Kontoauszüge und Rechnungen sind hochsensible Daten. Niemand kann mir verlässlich sagen, wer sie im Hintergrund wofür nutzt. Außerdem ist die Steuererklärung eine strukturierte Aufgabe, die jedes Jahr identisch abläuft.

Für eine wiederkehrende Aufgabe jedes Mal aufs Neue Tokens zu verbrennen, kam mir unwirtschaftlich vor. Ein einmal geschriebenes Skript kann denselben Job im nächsten Jahr wieder erledigen – ohne einen einzigen Token zu verbraten.

Wie die KI mir bei der Steuererklärung mit Python-Skripten hilft

Der größte Aufwand für die Steuererklärung liegt für mich im nervigen Sortieren der Belege und im Extrahieren der relevanten Zahlen. Dafür habe ich mir von der KI zwei Arten von Python-Skripten schreiben lassen:

  • Automatische Vergabe aussagekräftiger Dateinamen, denn Rechnungen heißen bei mir digital oft "invoice_xyz.pdf".
  • Ablage in einem eigenen Ordner pro Anlage der Elster-Formulare.
  • Extraktion der Zahlen aus den PDFs in Excel-Tabellen, die mir direkt die Summen für Elster liefern.

Fragen wie "Wo setze ich xy ab?" beantwortet die KI nach meiner Erfahrung zuverlässig.

Fazit: Steuererklärung mit KI spart Zeit und Nerven

Die Steuererklärung geht mir jetzt zügig von der Hand und nervt kaum noch. Ich bekomme die Auswertung meiner Belege, ohne meine Finanzdaten einem KI-Anbieter anzuvertrauen und ohne bei jeder Steuererklärung neue Tokens zu verbrauchen.

Häufige Fragen zur Steuererklärung mit KI

Wie lässt sich eine Steuererklärung mit KI automatisieren, ohne Belege hochzuladen?

Die KI schreibt einmalig Python-Skripte, die Belege lokal umbenennen, einsortieren und Zahlen aus PDFs extrahieren. Die Belege selbst bleiben dabei auf dem eigenen Rechner.

Welche Tools hast du dafür genutzt?

Ich arbeite mit VS Code - einer kostenlosen Software für Software Entwickler. Dort integriert sind Codex und Claude Code. Genauso gut ließen sich auch die Desktop-Apps von Codex und Claude nutzen.

Wie ist dein Arbeitsprojekt strukturiert?

Ich habe einen Hauptordner für das Steuerprojekt pro Jahr. Darin gibt es Unterordner für Belege - je einen Ordner pro Anlage der Steuerformulare. Außerdem gibt es einen Unterordner für die Python-Skripte. Die Excel-Tabellen lasse ich in die Ordner der Anlagen generieren.

Ist es sicher, Steuerbelege in ein KI-Tool wie ChatGPT hochzuladen?

Kontoauszüge und Rechnungen enthalten hochsensible personenbezogene Daten. Wer sie in ein KI-Tool hochlädt, gibt die Kontrolle darüber ab, wer diese Daten im Hintergrund verarbeitet und wofür.

Lohnt sich der Aufwand für Python-Skripte bei einer einmal jährlichen Aufgabe?

Ja, weil die Steuererklärung jedes Jahr gleich abläuft. Ein einmal geschriebenes Skript läuft in den Folgejahren erneut, ohne dass dafür zusätzliche Tokens anfallen.

Kann KI auch inhaltliche Fragen zur Steuererklärung beantworten?

Ja. Konkrete Fragen wie "Wo setze ich xy ab?" beantwortet die KI zuverlässig, zusätzlich zur automatisierten Belegverarbeitung.